Donnerstag, 26. Januar 2006

Mein deutsches Dschungelbuch

Ich konnte heute nacht nicht schlafen und habe eines meiner aktuellen Bücher ausgelesen und zwar "Mein deutsches Dschungelbuch" von Wladimir Kaminer. Eigentlich ist dies ein Buch, das ich mir nicht kaufen würde und auch eher nicht ausleihen, wenn ich mal ehrlich bin. Warum, könnte ich jetzt langatmig begründen, aber so genau weiß ich das gar nicht. Es hat nie geschrieen oder geflüstert "Lies mich doch" und ich habe auch nie gedacht, daß ich es mal lesen sollte. Wie dem auch sei, ich habe es zu Weihnachten geschenkt bekommen von meiner Patentante.
Normalerweise sortiere ich geschenkte Bücher brav hinten ein in meine FiFo-"Zu-Lesen"-Warteschlange (ein ganzes Buchregalfach *seufz*) und komme dann in geschätzten 5 Jahren bis dahin durch, wenn überhaupt. Aber dieses Jahr zu Weihnachten habe ich ganz revolutionär beschlossen, die vier Buchpräsente weiter vorne einzuordnen, damit ich auch endlich mal Rückmeldung geben kann. Ich finde das sehr heroisch von mir, ehrlich *g*. Ich neige nämlich dazu, mir (schwachsinnige?) Regeln zu geben und sie dann beharrlich - wider besseres Wissen - zu verfolgen. Gute Regeln befolge ich übrigens erstaunlich weniger beharrlich ;)
Jedenfalls, nachdem ich alle geliehenen Bücher und die Unbedingt-Jetzt-Sofort-Lesen-Bücher in der Kategorie Nicht-Sachbücher (ich lese immer nur ein Sach- und Nicht-Sachbuch auf einmal, noch so eine Regel) durch hatte, kam ich zu dem Kaminer-Buch.
Und, was soll ich sagen? Ich habe mich gut amüsiert! Danke an dieser Stelle an meine Patentante :) Ich brauchte zwar ein bißchen um reinzukommen, habe dann aber viel gelacht. Besonders witzig fand ich, daß auch meine Heimatstadt erwähnt wurde. Kaminer schreibt, daß in Osnabrück die Leute glauben, das wäre keine Stadt, sondern nur eine Autobahnausfahrt. Beim Lesen dachte ich: "Ey! Wir haben doch zwei Autobahnausfahrten." und genau das rief auch ein älterer Herr im Publikum, als der Autor diesen Irrglauben in der Lesung erwähnte.
Erst habe ich mich scheckig gelacht und dann wurde ich nachdenklich. Hat meine Heimatstadt wirklich nur diese zwei Autobahnausfahrten auf die wir stolz sein können? Keine Ahnung. Aber immerhin hat Loriot an unserem Gynasium Abitur gemacht. Angeblich. Aber so toll ist das ja nun auch wieder nicht. Ich mag Loriot noch nichtmal!
Die zweite Frage ist: Reagieren wir alle gleich, die wir aus diesem Nest stammen? Sind wir gleichgeschaltete Robotor? Hilfe! (Ok, ich sollte zu christlicheren Zeiten Blog schreiben, dann kommen solche paranoiden Gedanken wohl nicht auf... *g*)

Fazit: Nettes, kurzweiliges Buch. Ich empfehle es zusammen mit einem Milchkaffee für einen sonnigen Frühlingstag in einem Cafe :)

Kategorie: Bücher

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